Sommer 1944: „Ich glaube fast, dass man uns total vergessen hat.“
Mit der Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 kehrt Günthers und der Glaube an „Führer, Volk und Vaterland“ schlagartig zurück und seine Euphorie und Siegesgewissheit erreicht einen neuen Höhepunkt: „Himmel, da möchte man dabei sein! Den Hunden würde ich es geben! Hier fällt die Entscheidung! Da dabei sein dürfen! Der Endsieg ist greifbar nahe gerückt!! Und er wird auf unserer Seite sein!!!“ Auch die seitens der NS-Propaganda immer wieder beschworenen neuen „Wunderwaffen“ tragen viel zu seiner Zuversicht bei.
Mit der Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 kehrt Günthers und der Glaube an „Führer, Volk und Vaterland“ schlagartig zurück und seine Euphorie und Siegesgewissheit erreicht einen neuen Höhepunkt: „Himmel, da möchte man dabei sein! Den Hunden würde ich es geben! Hier fällt die Entscheidung! Da dabei sein dürfen! Der Endsieg ist greifbar nahe gerückt!! Und er wird auf unserer Seite sein!!!“ Auch die seitens der NS-Propaganda immer wieder beschworenen neuen „Wunderwaffen“ tragen viel zu seiner Zuversicht bei.
Trotz seines drängenden Wunsches, endlich wieder an die Front zu kommen, wird der am 1. August zum „Leutnant“ beförderte Zwanzigjährige vorerst nach Kemme bei Hildesheim versetzt, wo vom Krieg nichts zu spüren ist: „Nun, hier ist es wahrhaft herrlich. Lebe wie ein Gott in Frankreich“. Untergebracht ist die Truppe im Haus des stellvertretenden Reichsbauernführers Behrens, dem reichsten Landwirt des Ortes. Hier bestimmen maßgeblich gutes Essen, zahlreiche Bücher und seine Zuneigung zu Helga, einer auf dem Gut beschäftigten Landwirtschaftslehrerin, Günthers friedensmäßig anmutenden Tagesverlauf.
Am 26. Oktober wird seine Einheit nach Xanten verlegt, wo sie erneut fünf Wochen lang in weitgehender Untätigkeit verbleibt. Es ist Günther angesichts der aktuell kritischen Lage an der Westfront zunehmend unbegreiflich, dass seine gut ausgebildete und hochgerüstete Einheit weiterhin in ohne Einsatz bleibt. „Ich glaube fast, dass man uns total vergessen hat.“ Sein Glaube an den „Endsieg“ bleibt davon allerdings unerschüttert.